GPS-Bikeguide.com by Andreas Albrecht

Finale Ligure

Fazit

Allgemein

350 DSC06276Finale Ligure hat sich die Vorschusslorbeeren reichlich verdient, mit denen die Destination ausdrücklich bedacht wurde und wird. Hier zeigt sich deutlich, was Weitsicht und Engagement für touristische Früchte trägt, von denen eine ganze Region profitiert.
Das Resultat ist die Schaffung eines Markennamens, der inzwischen nicht nur Mountainbiker der abwärtsorientierten Fraktion anzieht. Auch Rennradfahrer, Tourenfahrer und Mountain- und eBiker aller Art nutzen das breite Spektrum der einsamen Sträßchen und Wege im ligurischen Küsten- und Hinterland gern, wie ich bei meinen Touren aus dem Augenwinkel beobachten konnte. Auch wenn an manchen Stellen der Lack ab ist, wie man so sagt, dem teils morbiden, jedoch immer mediterranem Charme der Region kann man sich nicht entziehen.
Wer die Mühe scheut, sich die wesentlichen Brocken Italienisch anzueignen, wird erstaunt feststellen, dass man hier auch mit Englisch gut weiterkommt. Die touristische Infrastruktur ist vielfältig und bietet etwas für jeden Geschmack und Geldbeutel. So gewinnt man Wiederholungstäter.
Wer einmal hier war, kommt gern wieder her: zum Biken, ans Meer und in die Berge!


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Bikes

Keine Frage, die modernen eMTB sind auf dem Vormarsch. Das ist nicht aufzuhalten. Wenn man einmal draufgesessen hat und solche Traumtouren damit gefahren ist, fällt eine Rückkehr auf ein normales MTB sehr, sehr schwer. Warum auch? Der Spaßfaktor ist nach meinem Empfinden genauso groß, wenn nicht noch größer und die körperliche Belastung ist im Trail genauso vorhanden. Letztlich muss jeder selbst entscheiden und das tun, was ihm Spaß macht.
Sowohl die Spitzing Bikes als auch die Flyer Uprocs sind Trailmaschinen, die ihre Qualitäten in diesem Gelände voll ausspielen.


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Testfazit: M1 Spitzing (von Alexander Krzepinski)

Nach unseren Tests der breitbereiften SPITZING PLUS Pedelecs im Mai am Gardasee waren wir nun im Juni mit den „normalen“ SPITZING Enduro Pedelecs in Finale Ligure unterwegs.
Das SPITZING von M1 - Sporttechnik ist ein marzialisch anmutendes, eMTB-Carbon-Fully mit einem außergewöhnlich großen Akku, der unterhalb des Unterrohrs in einem Metallkäfig angebracht ist. Der hierdurch bedingt tiefliegende Schwerpunkt erzeugt in Verbindung mit dem extrem verwindungssteifen Carbonrahmen und der 160 mm FOX Federung auf den schnellen Finale Ligure Trails eine beeindruckende Laufruhe. Aber auch in den engeren und steileren Trailpassagen ist das SPITZING für ein 26 kg eBike erstaunlich wendig. Im Aufwärtsmodus sorgt der extrem durchzugsstarke Mittelmotor mit einem maximalen Drehmoment von 120 Nm für eine enorme Beschleunigung. Zum Vergleich: das ist knapp die Hälfte des Drehmoments eines BMW i3 und liegt weit über den aktuell üblichen 70-80 Nm der anderen eBike Motorenhersteller. Ich kann nur jedem Interessierten zu einer Probefahrt raten, um diesen fundamentalen Unterschied einmal zu erleben.
Das SPITZING Pedelec regelt vorschriftsmäßig bei 25 km/h und maximalen 250 Watt ab. Die zulassungspflichtige S sprich Straßenvariante gibt bis zu 500 Watt bei max 45 km/h dazu, darf aber nur auf Straßen gefahren werden. Im Privatgelände hatten wir das wirklich berauschende Vergnügen, die nicht abgeregelte R - sprich Race - Variante auszuprobieren. Bei dieser Rakete sorgt die Stufe 5 für bis zu 850 Watt zusätzlicher Unterstützung zur eigenen Leistung. Damit fährt man ohne allzu große Anstrengung 55-60 km/h in der Ebene und mit 40-45 km/h eine 10% Steigung hoch und selbst ein verblockter S2 Trail ist damit in ungewohnter Aufwärtsrichtung bewältigbar - zumindest wenn man etwas geübt hat, die Power am Hinterrad richtig auszubalancieren. Bei zu erwartendem Gegenverkehr ist von solchen Übungen allerdings dringend abzuraten! Der Motor ist übrigens in allen Varianten derselbe – die Abregelung erfolgt über die Steuerungssoftware.
Trotz der vielen Power schalten alle SPITZING Varianten butterweich, da ein Schaltungssensor dafür sorgt, dass der Motorschub für den Moment des Gangwechsels kurz aussetzt und damit die Kette entlastet. Somit lässt sich sogar in der Aufwärtsfahrt unter voller Last schalten, was man bekanntlich bei eBikes anderer Anbieter tunlichst vermeiden sollte, damit Kette und Kassette keinen Schaden nehmen. Wer schon einmal bei einem eBike falsch geschaltet hat, kennt das durch Mark und Bein gehende Krachen, welches den Hinterbau zu zerreißen scheint oder dies sogar tut. Beim SPITZING also kein Thema, da konstruktiv genial und innovativ gelöst. Ähnlich verhält es sich beim Bremsen. Auch hier sorgt ein Sensor dafür, dass der Schub aussetzt, solange die Bremsen gezogen sind. Damit entfällt das lästige Ruckeln im Stand, wenn trotz gezogener Bremsen bereits Druck auf die Pedale gegeben wird.
Die Akkukapazität und damit die Reichweite des SPITZING liegt mit 880 Wh weit über den zur Zeit üblichen 500 Wh anderer Marken. Als 72 kg Biker habe ich damit je nach Untergrund mit den Unterstützungsstufen 1-2 zwischen 1800 und 2000 Hm geschafft und auf durchgehendem Level 3-5 immer noch erstaunliche 1200-1400 Hm. Das setzt natürlich Maßstäbe und beschert einen großen Einsatzbereich bei maximaler Endorphinausschüttung.
An die Grenzen seiner optimalen Einsatzbedingungen stößt das SPITZING aus meiner Sicht erst auf sehr steilen und extrem verblockten technischen Trails ab Level S3 auf der Singletrailskala. Bei höheren Stufen kann es zu Aufsetzern am Akkukäfig kommen. Und das eventuell notwendige Hinterradversetzen zum Durchfahren sehr enger Spitzkehren geht zwar prinzipiell, ist aber gewichtsbedingt, wie mit jedem anderen eBike auch, etwas schwieriger als mit einem normalen Enduro Bike.
Auf jeden Fall haben die SPITZINGs im Eldorado der Freerider in Finale Ligure haben ungeheuren Spaß gemacht, sehr hohes Interesse geweckt und diverse neidische Blicke der Shuttle-Enduristen beschert. Also jederzeit gerne wieder!


Testfazit: Flyer Uproc 6 (von Andreas Albrecht)

Ich bin in Finale Ligure wechselweise mit beiden Modellen gefahren, also M 1 Spitzing und Flyer Uproc. An die überragenden Leistung des Spitzing-Motors im Anstieg kommt der beim Flyer Uproc 6 verbaute Bosch-Motor Performance Line CX natürlich nicht heran. Das ist meiner Meinung nach allerdings kein gravierender Nachteil. Weil das Uproc 6 etwas leichter ist und vor allem der Akku nur rund 2,5 kg wiegt, kann man bequem einen 2. Akku im Rucksack mitnehmen (was ich beim Fahren in Gebirgsregionen immer empfehlen würde). Dadurch erreicht man eine Höhenmeterleistung von ggf. weit mehr 2500 Höhenmetern (mit 500 Wh Akkus). Das Wissen um diese Reserven macht es leicht, noch einen Extra-Trail an eine Tour anzuhängen bzw. lässt ausgedehnte Tagestouren auch im hochalpinen Bereich zu.
Außerdem lassen sich so die Anstiege angenehm in der 2. Unterstützungsstufe (Tour) fahren. Die erste Stufe (Eco) fühlt sich im grobschotterigen Anstieg schon etwas zäh an. Nur bei ganz steilen Rampen muss man in den Turbo-Modus schalten. Das erfordert vorausschauendes Fahren und präzises, rechtzeitiges Schalten.
Falls man doch einmal im Gelände ein Stück Schieben muss, hier der ausdrückliche Hinweis: die Schiebehilfe am Bosch-Motor erfüllt ihren Zweck nur, wenn man die Kette auf das kleinste oder zweitkleinste Ritzel legt.
Im Trail abwärts lassen sich keine Unterschiede feststellen. Der einzig limitierende Faktor sind die eigenen fahrtechnischen Fähigkeiten. Das Flyer Uproc 6 ist sehr wendig im Trail und meistert auch grob verblockte Stellen ohne Murren. Die Bremsleistung der Shimano Saint-Bremsen ist überragend. Man hat selbst im steilen Gelände nie das Gefühl, die Kontrolle über das Bike zu verlieren.
Die Schaltvorgänge sollten man sehr verhalten durchführen, da beim Treten durch die Motorunterstützung immer Zug auf der Kette vorhanden ist. Krachende Schaltvorgänge lassen sich nur vermeiden, wenn man beim Schalten kurzzeitig Druck vom Pedal nimmt. Das erfordert Fingerspitzengefühl und lässt sich bei steilen Anstiegen nicht immer vermeiden. Der Haltbarkeit der Kette ist das nicht zuträglich.
Die Geometrie des Rahmens ist sehr ausgewogen. In Verbindung mit einer vom Lenker aus bedienbaren absenkbaren Sattelstütze hatte ich immer die ideale Sitzposition.
Ob man das an meinem Bike verwendete große Nyon-Display braucht oder nicht, muss jeder selbst herausfinden. Zumindest ist es selbst in gröbsten Passagen nicht aus der Halterung gesprungen (worüber schon in diversen Foren berichtet wurde). Ich muss aber nicht zwingend wissen, wie vielen Bäumen ich nach diversen Fahrten das Leben gerettet haben soll.
Das im Nyon verfügbare Kartenmaterial hatte ich kurz zuvor runtergeladen, es war erstaunlich aktuell auf der Basis von offenkundig Open Street Map. Die interne Navigationsfunktion ist allerdings vollkommen daneben. Bei Tests im heimischen vertrauten Gelände machte das Gerät abstruse Streckenplanungen, insbesondere wenn man sich auf die beiden Vorschläge nach einer „schönen“ bzw. „MTB“-Strecke einlässt. Nun gut, das kann man Flyer nicht anlasten - das ist ein Bosch-Problem. Ich rate bei einem geplanten Kauf auf jeden Fall dazu, auf den simplen kleinen Intuvia-Bordcomputer zu vertrauen.
Insgesamt spielt das Flyer Uproc 6 in der oberen Liga der sich zur Zeit auf dem Markt tummelnden eMTB mit.

P.S.: siehe auch das Fazit zur Transalp Olperer-Umrundung, die ebenfalls mit Flyer Uproc 6 gefahren wurde


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