GPS-Bikeguide.com by Andreas Albrecht

Gardasee Südost

eMTB-Touren im Südosten des Gardasees bei Garda


Punta San VigilioDie Region im Südosten des Gardasees an den südlichen Ausläufern des Monte Baldo ist nach wie vor ein Geheimtipp für Mountainbiker. Am Seeufer liegt Garda, das dem See seinem Namen gibt. Flankiert von Torri del Benaco im Norden und Bardolino im Süden ist die unmittelbare Küstenregion eher für Bustourismus und gehörigen Trubel in der Saison bekannt. Nur einen Steinwurf vom Seeufer entfernt ist es schon deutlich ruhiger und es eröffnet sich ein weites Feld für MTB-Touren aller Art. Dabei wird man kaum auf einen anderen Mountainibiker treffen. Ich kenne die Gegend wie meine Westentasche von den Recherchen für meine 5 Bände "Gardasee GPS Bikeguide". Schon im ersten Band habe ich Touren in der Gegend beschrieben. Genau wie im Norden ergeben sich durch die Nutzung eines sportlichen eMTB ganz neue Möglichkeiten der Tourengestaltung. Sei es, weil ein Trail damit auch aufwärts sinnvoll fahrbar wird, oder weil man interessante Tourenziele ganz anders miteinander kombinieren kann.

Bei den Touren hat mich Alex Krzepinski begleitet, der schon bei vielen Recherchen dabei war. Gefahren sind wir die hier beschriebenen Touren mit den aktuellen Modellen der M1 SPITZING PLUS Pedelecs . Das sind dafür sehr gut geeignete Modelle. Besonders hervorzuheben ist sowohl der enorm leistungsstarke Motor, der beim 25 Km/h schnellen Pedelec mit bis zu 250 Watt und 120 Nm Drehmoment unterstützt als auch die Reichweite des 877 Wh Akkus. Die niedrigste Unterstützungsstufe beim Spitzing entsprach gefühlt in etwa der Stufe 2 beim Boschmotor. Reichlich 1800 Höhenmeter im Anstieg auf fast durchgängig niedrigster Unterstützungsstufe machen ausgedehnte Tagestouren in dieser Gegend zum reinen Vergnügen. Wenn man Pausen dann an geeigneten Orten zum Nachladen nutzt, erübrigt sich das Mitnehmen eines zweiten Akkus (was allerdings auf Grund des Gewichtes von 5,7 kg auch keine echte Option wäre). Das M1 Spitzing bewährt sich auch im Trail hervorragend. S1 bis S2-Trails bewältigt man mit dem Spitzing wie mit einem vergleichbar hochwertigen Enduro. Bei verblockten Trails, die in Richtung S3 gehen, besteht natürlich immer die Gefahr des Aufsetzens, wie auch bei einem konventionellem MTB. Der am Unterrohr angebrachte Akku ist aber durch einen stabilen Metallkäfig sehr gut geschützt.

Bei drei der Touren hat uns mein Bikefreund Erich begleitet, der ein kleines Bed & Breakfast in Affi betreibt. Als deutscher Auswanderer führte er 30 Jahre lang einen Reiterhof in der Nähe von Garda und kennt von seinen Ausritten wohl jeden Pfad in dieser Gegend. Inzwischen ist er ein extrem fitter Pensionär, der gerne mit seinen Gästen auch auf eMTB-Tour geht. Es ist für mich immer wieder eine große Freude und ein Erlebnis, mit ihm auf Tour zu gehen. Ich kann ihn als kompetenten Tourguide ausdrücklich empfehlen. Bei Interesse einfach Kontakt mit Erich über die Informationen auf seiner Website aufnehmen.
GPS-Tracks für die beschriebenen Touren stehen im Webshop zur Verfügung.


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Panorama vom Monte Luppia auf Garda


Tour 01: Große Trailrunde - San Zeno - Campo - Monte Luppia

01 350 DSC04949Start und Ende: Garda

  • 56 km, 1550 Höhenmeter im Anstieg
  • hoher Trailanteil sowohl bei der Auffahrt als auch bei der Abfahrt
  • Trailauffahrt von Spighetta nach San Zeno di Montagna auf altem Karrenweg
  • guter Test für eMTB - Akkuleistung, Unterstützungsstufen etc.
  • Zielstellung: soweit wie möglich immer niedrigste Unterstützungsstufe, nur bei Rampen stärkere Unterstützung wählen
  • in San Zeno Kaffeepause mit Möglichkeit, den Akku nachzuladen: Ristorante Costabella - Via degli Alpini, 1, 37010 San Zeno di Montagna
  • weitere Auffahrt nach Prada
  • technischer S2-Trail von S. Bartolomeo nach Tenuta di Cervi
  • Panoramafahrt auf alten Karrenwegen und Hoppeltrails über Vicari nach Campo
  • zurück Richtung Torri del Benaco in der 1. Etage über dem Gardasee auf dem Pilgerpfad
  • zum Abschluss Monte Luppia mit Möglichkeit, seine Trailgrenzen zu testen (kurze S4-Stellen, die aber auch zu Fuß bewältigt werden können - Möglichkeit einer leichteren Umfahrung ist gegeben

Eindrucksvolle Panoramatour auf einsamen Pfaden, die man in dieser Form mit einem normalen MTB nicht fahren wollte.
GPS-Tracks für die beschriebenen Touren stehen im Webshop zur Verfügung.




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Tour 02: Quattro Forti (die 4 Festungen)

02 350 DSC05115Start und Ende: Affi

  • 53 km, 1100 Höhenmeter im Anstieg
  • Anfahrt auch von Garda aus möglich - zusätzlich ca. 150 Höhenmeter (siehe Tour 01: von Albare dann Radweg direkt nach Affi)
  • Trailabfahrt zur Etschbrücke durchs Val del Tasso nach Sega
  • von Domegliara aus schöner Panoramatrail oberhalb der alten Marmorsteinbrüche zum Forte Monte (Festung 1)
  • Abfahrt auf alter Militärpiste zum versteckt liegenden, aber sehr gut erhaltenden Forte Ceraino (Festung 2)
  • weiter hinab zur Etsch mit Möglichkeit zum Rasten und Akkunachladen in Ceraino: Birreria Alla Grotta - Via Rovereto, 32, 37020 Ceraino di Dolce'
  • zurück zu Etschbrücke bei Sega (Fahrt durch Industriegebiet - eine Radbrücke bei Ceraino auf die andere Etschseite wäre eine tolle touristische Investition
  • an der Etsch entlang über Gaium nach Rivoli Veronese zum Forte oder Werk Wohlgemuth (Festung 3)
  • weiter nach Zuane und teils sehr grobe Auffahrt auf dem kleinen Bruder der Tremalzostraße zum riesigen Forte San Marco
  • ruppiger Trail nach Lubiara, dort angekommen kann man schon mal anstoßen
  • und weiter schöne Fahrt durch die Hügel und Weinberge zurück nach Affi

Historisch interessante Tour zu allen 4 Festungen, die den Etschdurchbruch bei Rivoli Veronese bewachen sollten - man sollte sich definitiv Zeit zur Besichtigung der teilweise sehr umfangreichen Festungsanlagen nehmen.
GPS-Tracks für die beschriebenen Touren stehen im Webshop zur Verfügung.




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Tour 03: Madonna della Corona

opnener 350 DSC05383Start und Ende: Affi

  • 55 km, 1460 Höhenmeter im Anstieg
  • Anfahrt über Rivoli Veronese zum Etschradweg
  • flussaufwärts bis Brentino Belluno
  • ab hier sehr steile Auffahrt nach Festa (die möchte man eher nicht mit einem normalem MTB fahren)
  • weiter steil auf Forstpiste zum Passo della Crocetta
  • Umfahrung des tiefen Canyons des Val di Ferrara zur Ostflanke des Monte Baldo
  • Möglichkeit zum Rasten und Akkunachladen im Albergo Al Cacciatore (sehr gutes Essen): Bivio Graziani, 1, 37020 Ferrara di Monte Baldo - Website
  • weiter auf Monte Baldo- Straße in südlicher Richtung bis zum Abzweig des alten Karrenweges hinunter nach Ferrara del Monte Baldo (hier Verbindung mit Tour 04 möglich - in dem Fall weiter an Soldatenfriedhof vorbei und kurz danach Abzweig nach rechts zur Malga Ime)
  • von Ferrara del Monte Baldo weiter auf kaum befahrener Nebenstraße weiter in Richtung Spiazzi (Abzweig zur Wasserstelle Sorgente Monte Catini nicht vergessen - sehr gutes Wasser - die Einheimischen kommen oft her und holen sich Wasser in großen Kanistern)
  • kurz vor Ortslage bei Hotel Stella Alpina auf Kreuzweg hinab zur Kirche in der Felswand Madonna della Corona
  • wer Buße tun sollte, rutscht die Treppe zum Kirchenportal auf den Knien hinauf
  • weiter Abfahrt auf kleiner Nebenstraße in Richtung Val delle Grate
  • dort wartet ein Abschlusstrail, der sich in drei Sektionen gliedert (den mittleren Teil kann man bei Bedarf auslassen - ist teilweise recht eng und zugewachsen)
  • schließlich geht es auf dem Radweg von Caprino Veronese zurück nach Affi

Biker Erichs Spezialtour zur berühmten Wallfahrtskirche in der Felswand bei Spiazzi - auch diese Tour kann man natürlich vom Seeufer aus bei Garda starten und beenden.
GPS-Tracks für die beschriebenen Touren stehen im Webshop zur Verfügung.




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Tour 04: Malga Ime - Sperane

opner 350 DSC04776Start und Ende: Garda

  • 52 km, 1700 Höhenmeter im Anstieg
  • Anfahrt über Via San Bernardo nach Costermano und weiter auf Radroute bis Pesina
  • hier durch die Weinberge und über die Straße zum Radweg nach Caprino Veronese
  • Auffahrt auf steiler Nebenstraße nach Rubiana
  • Abzweig auf tollem Höhenweg in Richtung Gaon und weiter stetig bergauf bis Malga Ime - falls geöffnet ist, dort rasten und falls möglich, Akku nachladen (wenn nicht, muss der Strom noch reichen bis zur nächsten sicheren Nachladestelle in San Zeno di Montagna - Ristorante Costabella - siehe Tour 01)
  • weiter bergauf in vielen Kehren bergauf in Richtung Malga Valfredda und weiter auf einem der schönsten Panoramawege am südlichen Monte Baldo
  • vom höchsten Punkt der Tour Abfahrt in Richtung Malga Zocchi mit super Blick auf den südlichen Gardasee
  • ab Malga Zocchi auf nicht zu schwerem, aber gut verstecktem Trail bis zur Verbindungstraße zwischen Lumini und Prada
  • weiter über Forstweg nach Pora und nach San Zeno di Montagna - Rasten und Nachladen an: Ristorante Costabella - Via degli Alpini, 1, 37010 San Zeno di Montagna
  • kurze Auffahrt nach Sperane und dann auf dem schönen Trail hinab nach San Verolo
  • durchs Mühlental zurück nach Garda

Alternativer Abschluss: von San Zeno auf dem Spighetta-Trail zurück nach Garda (wie Auffahrt Tour 01 - nur hier in der Gegenrichtung).

Überragende Panoramatour an der Südflanke des Monte Baldo, kombiniert mit Abschluss über die berühmten Sperane-Trails.
GPS-Tracks für die beschriebenen Touren stehen im Webshop zur Verfügung.




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Hier noch Impressionen mit Blick vom Monte Baldo auf den südlichen Gardasee bei guter Sicht. Dieselbe Tour habe ich damals mit einem normalen MTB gemacht.

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M1 Spitzing Plus Pedelec

Zu dem bereits in der Einleitung Gesagten möchten wir noch Folgendes ergänzen. Die unglaublich robusten und vor allem durchzugsstarken Motoren an diesen vollgefederten Carbonbikes der Extraklasse machen die Touren auch am südlichen Gardasee zum reinen Vergnügen. Sehr durchdacht sind die eingebauten Sensoren, die beim Schalten und Bremsen sofort die Kraftübertragung vom Motor zur Kette unterbrechen. Das ist zwar am Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, beugt aber dem sonst bei eMTB üblichen extrem schnellen Kettenverschleiß nachhaltig vor. Sehr schön ist auch das übersichtliche und kleine Display ohne viel Schnickschnack sowie die Bedieneinheit für die 5 Unterstützungsstufen, die intuitiv mit dem Daumen bedient werden kann. Wer Wert auf eine große Reichweite legt oder legen muss, ist mit der Stufe 1 gut bedient. Dieser Range-Extender schaltet schon bei 20 km/h den Motor ab. Ansonsten sind wir selbst bei steilsten Rampen gut mit der Stufe 3 klargekommen, die zusätzlich 110% Motorleistung zur eigenen Tretkraft dazugibt. Die Stufen 4 und 5 entfalten ihre hilfreiche Wirkung besonders im Uphill auf steilen groben Trails, wo man mit einem normalen MTB keinesfalls mehr fahren könnte. Aber auch auf der ein oder anderen Schotterpiste haben sie tierisch Spass gemacht, wenn man sie eingelegt hat. Wann muss man sonst auf einem MTB bergauf in der Kurve bremsen!?   


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Fazit: Bergauf und Bergab ein Vergnügen

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Gabel und Reifen

Die Steckachse der passend zu den breiten 27,5 + Reifen verbauten Manitugabel ist etwas hakelig und gewöhnungsbedürftig. Da gibt es bessere Systeme. Zur Zeit ist nach Aussage von M1-Sporttechnik die Manitougabel aber die konstruktiv einzige, qualitativ hochwertige Alternative für die aktuelle Plus Konfiguration. Ähnlich spärlich ist auch noch das Reifenangebot. Stand Mai 2016 kann nur zwischen Schwalbe Rocket Ron und Nobby Nic gewählt werden. Sollte sich die noch junge Plus Technik zunehmend etablieren wird der Markt aber sicherlich zügig mit einem breiteren Angebot an passenden Komponenten reagieren.

Geschwindigkeitssensor

Der einzige Schaden, der unser Vergnügen kurzzeitig etwas eingeschränkt hat, war der Ausfall des Geschwindigkeitssensors nach einer sehr ruppigen Trailabfahrt. Die Geschwindigkeitsanzeige sprang wild hoch und runter und bei Überschreitung der Abriegelungsgeschwindigkeit setzte der Motor entsprechend abrupt aus und wieder ein. Wir vermuteten bereits einen größeren Schaden in der Elektronik und fühlten uns schon fast darin bestätigt, dass eBikes eben doch zu sensibel für harte Trails sind. Aber weit gefehlt. Die Ursache war schnell gefunden. Der Geschwindigkeitssensor ist im Bereich der Achse auf die hintere Bremsscheibe ausgerichtet und wurde durch einen Schlag aus seiner Position gedreht. Unser Lob an die Konstrukteure: das ist natürlich wesentlich besser als ein aus einer starren Halterung gerissener Sensor. Nach einer sehr einfachen Neujustierung war wieder alles ok.

Vergleich zum 2015 gefahrenen Modell M1 Spitzing

Bei den Testtouren am Brennergrenzkamm und Pfitscher Joch im Jahr 2015 bin ich ein M1 Spitzing mit 160 mm Federweg und konventionellen MTB-Reifen gefahren. Reifen: Schwalbe Nobby Nic 27.5×2.35“. Siehe die Bilder auch: hier
Am Gardasee waren im Einsatz: M1 Spitzing Plus mit 120 mm Federweg und  Reifen Schwalbe Nobby Nic 27.5×3“.
Auf groben Schotterpisten und Karrenwegen sind die 3"-Reifen eine gute Wahl. Der Luftdruck darf aber nicht zu hoch sein, sonst springt das Bike. Dafür sind 120 mm Federweg ausreichend und in Kombination mit 3"-Reifen eine gute Lösung, die viel Rollkomfort bietet.
In technischen Trails sind die 3"-Reifen nach meinem Gefühl etwas träger und beim Einlenken nicht so reaktionsfreudig. Dort ist die Kombination von 2,35"-Zollreifen und 160 mm Federweg sicher die bessere Wahl. Es hängt also vom vorrangig gewünschten Einsatzzweck ab, für welches Modell man sich entscheidet.


Verleih von eMTB in San Zeno di Montagna

Aktuelle und hochwertige eMTB werden verliehen von www.emtbike.it

Das Geschäft befindet sich direkt an der Hauptstraße in Cà Sartori 30. Von Süden kommend ca. 600 Meter nach dem Ristorante Costabella, auf der rechten Seite. In der Saison empfiehlt sich eine rechtzeitige Reservierung.
Via Cà Sartori 30, 37010, San Zeno di Montagna (VR) · Tel. +39 342 94 60 227

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