GPS-Bikeguide.com by Andreas Albrecht

Gardasee Südost

M1 Spitzing Plus Pedelec

Zu dem bereits in der Einleitung Gesagten möchten wir noch Folgendes ergänzen. Die unglaublich robusten und vor allem durchzugsstarken Motoren an diesen vollgefederten Carbonbikes der Extraklasse machen die Touren auch am südlichen Gardasee zum reinen Vergnügen. Sehr durchdacht sind die eingebauten Sensoren, die beim Schalten und Bremsen sofort die Kraftübertragung vom Motor zur Kette unterbrechen. Das ist zwar am Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, beugt aber dem sonst bei eMTB üblichen extrem schnellen Kettenverschleiß nachhaltig vor. Sehr schön ist auch das übersichtliche und kleine Display ohne viel Schnickschnack sowie die Bedieneinheit für die 5 Unterstützungsstufen, die intuitiv mit dem Daumen bedient werden kann. Wer Wert auf eine große Reichweite legt oder legen muss, ist mit der Stufe 1 gut bedient. Dieser Range-Extender schaltet schon bei 20 km/h den Motor ab. Ansonsten sind wir selbst bei steilsten Rampen gut mit der Stufe 3 klargekommen, die zusätzlich 110% Motorleistung zur eigenen Tretkraft dazugibt. Die Stufen 4 und 5 entfalten ihre hilfreiche Wirkung besonders im Uphill auf steilen groben Trails, wo man mit einem normalen MTB keinesfalls mehr fahren könnte. Aber auch auf der ein oder anderen Schotterpiste haben sie tierisch Spass gemacht, wenn man sie eingelegt hat. Wann muss man sonst auf einem MTB bergauf in der Kurve bremsen!?   


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Fazit: Bergauf und Bergab ein Vergnügen

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Gabel und Reifen

Die Steckachse der passend zu den breiten 27,5 + Reifen verbauten Manitugabel ist etwas hakelig und gewöhnungsbedürftig. Da gibt es bessere Systeme. Zur Zeit ist nach Aussage von M1-Sporttechnik die Manitugabel aber die konstruktiv einzige, qualitativ hochwertige Alternative für die aktuelle Plus Konfiguration. Ähnlich spärlich ist auch noch das Reifenangebot. Stand Mai 2016 kann nur zwischen Schwalbe Rocket Ron und Nobby Nic gewählt werden. Sollte sich die noch junge Plus Technik zunehmend etablieren wird der Markt aber sicherlich zügig mit einem breiteren Angebot an passenden Komponenten reagieren.

Geschwindigkeitssensor

Der einzige Schaden, der unser Vergnügen kurzzeitig etwas eingeschränkt hat, war der Ausfall des Geschwindigkeitssensors nach einer sehr ruppigen Trailabfahrt. Die Geschwindigkeitsanzeige sprang wild hoch und runter und bei Überschreitung der Abriegelungsgeschwindigkeit setzte der Motor entsprechend abrupt aus und wieder ein. Wir vermuteten bereits einen größeren Schaden in der Elektronik und fühlten uns schon fast darin bestätigt, dass eBikes eben doch zu sensibel für harte Trails sind. Aber weit gefehlt. Die Ursache war schnell gefunden. Der Geschwindigkeitssensor ist im Bereich der Achse auf die hintere Bremsscheibe ausgerichtet und wurde durch einen Schlag aus seiner Position gedreht. Unser Lob an die Konstrukteure: das ist natürlich wesentlich besser als ein aus einer starren Halterung gerissener Sensor. Nach einer sehr einfachen Neujustierung war wieder alles ok.

Vergleich zum 2015 gefahrenen Modell M1 Spitzing

Bei den Testtouren am Brennergrenzkamm und Pfitscher Joch im Jahr 2015 bin ich ein M1 Spitzing mit 160 mm Federweg und konventionellen MTB-Reifen gefahren. Reifen: Schwalbe Nobby Nic 27.5×2.35“. Siehe die Bilder auch: hier
Am Gardasee waren im Einsatz: M1 Spitzing Plus mit 120 mm Federweg und  Reifen Schwalbe Nobby Nic 27.5×3“.
Auf groben Schotterpisten und Karrenwegen sind die 3"-Reifen eine gute Wahl. Der Luftdruck darf aber nicht zu hoch sein, sonst springt das Bike. Dafür sind 120 mm Federweg ausreichend und in Kombination mit 3"-Reifen eine gute Lösung, die viel Rollkomfort bietet.
In technischen Trails sind die 3"-Reifen nach meinem Gefühl etwas träger und beim Einlenken nicht so reaktionsfreudig. Dort ist die Kombination von 2,35"-Zollreifen und 160 mm Federweg sicher die bessere Wahl. Es hängt also vom vorrangig gewünschten Einsatzzweck ab, für welches Modell man sich entscheidet.

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